Der evolutionäre Naturalismus ist kein Humanismus - Die Giordano-Bruno-Stiftung in der Kritik

Auf dem weitem Feld gibt es gegenwärtig in Deutschland keine Organisation, die derart intensiv, exklusiv und dezidiert einem geistlosen Naturalismus, einem „Humanismus“ ohne Geist und geistige Werte das Wort redet wie die Giordano-Bruno-Stiftung.

Auf dem weiten Feld der Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen gibt es gegenwärtig in Deutschland keine Organisation, die derart intensiv, exklusiv und dezidiert einem geistlosen Naturalismus, einem „Humanismus“ ohne Geist und geistige Werte das Wort redet wie die Giordano-Bruno-Stiftung, die zudem noch einen Etikettenschwindel begeht, indem sie die idealistisch-pantheistische Naturphilosophie Brunos für ihre Zwecke umdeutet. Anhänger findet diese Organisation aber gerade dadurch, dass sie die theoretische Rechtfertigung des degenerativen Zeitgeistes liefert, der nur noch auf Sinnlichkeit, Amüsement und Spaß setzt und den Verlust des Denkens, der Reflexion, des Differenzierens, Vergleichens und einer anspruchsvollen Moral nicht nur in Kauf nimmt, sondern als höchste Errungenschaft enthusiastisch feiert. Das neue Ideal heißt Rückkehr zum Tiersein. Die Menschen mit all ihren Aggressionen und Grausamkeiten sollen sich zu sanften Tieren zurückentwickeln, der Mensch könne ja doch unter positiven Umweltbedingungen wenigstens ein „freundlicher Affe“ werden.
Mynarek zeigt anschaulich, verständlich und logisch überzeugend die Unhaltbarkeit, Aporien und Widersprüche dieses Konzepts auf und weist den Lesern auf dieser Grundlage den Weg zum wahren Humanismus.

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Verlag: NIBE
Erscheinungsdatum: 01.07.2017
Auflage: 1
Rezensionen:


Humanist gegen Atheist
von Hartmut Meesmann

Das Buch ist eine fulminante Demontage des deutschen „Chef-Atheisten“ Michael Schmidt-Salomon und seiner Giordano-Bruno-Stiftung.
Der Kulturphilosoph, Religionswissenschaftler und Theologe Hubertus Mynarek ist zwar auch ein scharfer Kritiker der Kirchen, speziell der katholischen, die er 1972, mit 43 Jahren, verließ. Doch er bekennt sich zu einer ökologisch-kosmischen Religiosität ohne Dogmen und personale Gottesvorstellung. Von einem naturalistischen Materialismus, den Schmidt-Salomon im Sinne „wissenschaftlicher Aufklärung“ predigt und der im Menschen nichts anderes als einen „nachäffenden“ Affen sieht, hält er nichts. Dies sei Ausdruck eines „geistfeindlichen Animalismus“ und durchaus kein „evolutionärer Humanismus“, wie Schmidt-Salomon vorgebe. Mynarek weist mit vielen Zitaten nach, dass der Gründer und Leiter der Giordano-Bruno-Stiftung atheistische „Kronzeugen“ falsch zitiert oder deren selbstkritisch-zweifelnde Passagen einfach unterschlägt. Mynarek führt eine Reihe von Unterstützern auf, um Geist und Bewusstsein als Ausdruck wahrer Humanität vehement zu verteidigen. Er liefert so wichtige Argumente in der Auseinandersetzung mit materialistisch denkenden Naturwissenschaftlern, die jede Art von „Meta-Physik“ ablehnen. Was ein wenig nervt, sind die Wiederholungen. Befremdlich ist auch, dass der streitbare Autor sich selbst in der dritten Person in die Liste seiner Kronzeugen einreiht. Unterm Strich aber eine aufklärende und argumentierende Lektüre, mit Lust an der Polemik.